1593 Middelburg – Delft 1657
1593 in Middelburg als der Sohn eines reichen Kaufmanns dieser Stadt geboren, zog er 1609, nach dem Tod seine Eltern, zu seiner ältesten Schwester Maria, die seit fünf Jahren mit dem bekannten Stilllebenmaler Ambrosius Bosschaert d.Ä. verheiratet war. Beide sorgten sie für Balthasar, der bis 1615 seine Malausbildung in Ambrosius’ Werkstatt erhielt.
Dann liess sich die Familie in Bergen op Zoom, anschliessend in Utrecht nieder, wo Balthasar 1619 in die dortige Malergilde aufgenommen wurde. 1632 begab sich der Künstler nach Delft wo er in der Malergilde erwähnt ist. Er heiratete Magrieta van Bueren und blieb in Delft bis zu seinem Tode im Jahre 1657.
Ambrosius Bosschaert d.Ä., Gründer der brillanten Middelburger Schule war ein ausschlaggebender Meister für Balthasar, der zunächst unter dem Einfluss seines Schwagers stand aber bald zur Schaffung sehr ausgearbeiteter Werke überging, in denen der Künstler eine unübertreffliche Feinheit und Virtuosität zeigte. Der Charme seiner Gemälde und ihre phantasievolle Gestaltung beruhen auf seiner originellen Behandlung des Stilllebens und seiner unendlich perfektionistischen und poetischen Ausführung.
In seinen Darstellungen fügte er kleine Tiere, Muscheln und Insekten ein, die den Einfluss des Malers Roelandt Savery offenbaren.
Angezogen von einer intellektuellen, idealen und harmonischen Vision der Natur, schaffte er eine Einheit von Werken die einen fast taktilen und geistig erhebenden Genuss vermitteln.
Als überzeugter Perfektionist führte er seine Gemälde mit miniaturistischer Zartheit und Genauigkeit aus, wobei die dichten Motivstaffierungen einen poetisch schönen Anblick bieten.
Um seine Kompositionen zu bereichern fügte der Künstler Kelche, Porzellanteller, Körbe und seltene Gegenstände wie exotisch fremdländisch geformte Muscheln, hinzu, die seit der Renaissance zunehmend beliebter wurden, Der Beitrag von Balthasar van der Ast war in dem Sinne gross als er das Thema des Stilllebens, jenseits der realistischen und bildnerischen Recherche, erweiterte und gefördert hatte. Er wählte mit Sorgfalt frische Farben und verlieh dem Licht einen leuchtenden fast unreellen Aspekt.
Dieser geniale Maler verstand es diesen Genre zu erneuern und zu entwickeln, das Talent und die Feinheit von Bosschaert und die Sensibilität von Savery vereinend. Er war der Höhepunkt des Stilllebens des XVII. Jahrhunderts, wo die ausgewogene Einordnung der Blumen, die lebendige Wiedergabe der Gegenstände mit dem streng moralischen Geist der Zeit übereingingen, wo der Künstler mit eitlen Pflanzen und Blumen das Schicksal der Menschen andeutete .