1688 Antwerpen – Paris 1739
Josef van Bredael, Bruder von Jan Pieter, war ein Flämischer Landschaftsmaler und der Nachkomme einer weit zurückgehenden Malerfamilie. 1706 verpflichtete er sich, als achtzehnjähriger, für vier Jahre für den Antwerpener Kaufmann J. de Witte, Kopien der kleinen Gemälde von Jan Brueghel (genannt Samtbueghel), Philippe Wouverman und anderen Meistern, anzufertigen. 1735 wanderte er nach Paris aus. Dort wurde er Mitglied der königlichen Hof Akademie des Herzogs von Orléans.
Dieser Maler, dessen Stil noch unbekannt war, signierte seine Bilder mit dem Monogramm JB, wie Jan Brueghel, was gelegentlich zu Irrtümern führte. Josef van Bredael war fast ausschliesslich ein Landschaftsmaler der seine Inspiration in den Brueghelwerken suchte, sie aber den ästhetischen Vorstellungen seiner Zeit anpasste. Als Liebhaber des Details, bearbeitete er seine Figuren und Ansichten wie ein Miniaturist. Die Reihenfolge seiner figürlichen Staffagen werden kunstvoll und dank seines äusserst nuancierten Farbengebrauchs, voneinander getrennt, wobei er dominierend warme und subtile Blau- und Braun-Töne bevorzugt. Wenn auch seine Motive gelegentlich auf Jan Brueghel zurückgehen, verleiht er seinen Figuren und Konturen einen sehr eigenen Pinselstrich. Sehr typisch waren seine Pferdedarstellung mit schlanken Beinen, mächtigem Körper und merkwürdig kleinem Kopf. Seine Motive und Raumgestaltungen, mit einem leichten Pinselstrich ausgeführt, hinterlassen den Eindruck von Leben und Bewegung.
Seine harmonischen und mit einem zarten Naturalismus gemalten Landschaften, die er durch seine insbesondere der Tierwelt zugewendeten Aufmerksamkeit bereicherte, zeugen von einer wahren Ausführungsgabe, die den Maler, neben P. Gyse, T. Michau oder M. Schoevaerdts, zu den besten Brueghel (Samtbrueghel) Nachfolgern machten.