1502 Alost –Brüssel 1550
Der Flämische Künstler Pieter Coeck van Aelst übte eine vielseitige Tätigkeit aus, er arbeitete als Maler, Architekt, Hersteller von Kartons für Gobelins und Kirchenfenstern, sowie als Übersetzer, Verleger und Graveur und war der Schwiegervater und Meister von Pieter Brueghel d.Ä. Laut Karel van Mander wäre er Schüler von Bernard van Orley in Brüssel gewesen und hätte auch eine Reise nach Italien unternommen.
1525 ließ er sich in Antwerpen nieder, wo er Anna van Dornicke, die Tochter des Antwerpener Malers Jan van Dornicke, heiratete, der unter dem Namen Meister des Jahres 1518 bekannt war und wurde nicht nur sein Schüler sondern übernahm nach dessem Ableben im Jahre 1527 seine Werkstatt. Im gleichen Jahr wurde er nicht nur als Meister in die Antwerpener St. Lukas Gilde aufgenommen sondern starb auch seine junge Frau die ihm zwei Kinder zurück ließ, die beide Maler wurden. 1533 unternahm er eine Reise nach Konstantinopel und die zentrale Inspirationsquelle der außergewöhnlichen Gravuren Sammlung werden sollte die von seiner zweiten Frau, nach seinem Tode, unter dem Titel „Sitten und Gebräuche der Türken“ veröffentlicht wurde.
Nach seiner Rückkehr nach Antwerpen verheiratete er sich mit Mayken Verhulst, die selber Malerin war. Aus dieser Ehe entstanden drei Kinder, darunter Marie, die zukünftige Frau seines Schülers Pieter Brueghel d.Ä. Gleichzeitig übernimmt er wieder die Verwaltung und Leitung seiner Werkstatt und schuf Kartons für die berühmten Brüsseler Gobelins (eine Serie der Sechs Sünden wird im Kunsthistorischen Museum in Wien aufbewahrt) so wie für Kirchenfenster, einige davon sollten die Kathedrale von Antwerpen schmücken).
Als hervorragender Humanist und emeritierter Linguist, ist Pieter Coecks Ruhm auf seine Kenntnis der Italienischen Architektur der Renaissance zurückzuführen und seiner Übersetzung ins Flämische, Deutsche und Französische der Lehren von Vitruve und Sebastiano Serlio, Werke die dazu beitrugen die Architektur Erkenntnisse der Antike im ganzen Norden Europas zu verbreiten und einen markanten Einfluss auch auf Vredeman de Vries ausübten.
Während seines ganzen Werdeganges als Maler behandelte der Künstler, mit Ausnahme einiger profaner Kompositionen, fast ausschließlich religiöse Themen wie die Anbetung der Könige, die Heilige Familie, Szenen aus dem Leben und Leiden Christi, einzelne Darstellungen der Heiligen Jungfrau und der Heiligen sowie Handlungen aus dem Alten Testament.
Der Künstler hat keines seiner Werke signiert. Nach dem Beispiel der berühmten Künstler der Renaissance, wollte Pieter Coeck als Künstler und nicht als Handwerker auftreten. Mit Stolz trug er seinen Titel als Maler von Quint Karl V. und als Vereidigter Liberarius seiner Kaiserlichen Majestät. Als Schlüsselfigur des Antwerpener Manierismus und dank seines vielseitigen Wissens auf verschiedenen und ihm gleichzeitig Erfolg eintragenden Gebieten, nimmt Pieter Coeck einen ganz besonderen Platz in der Flämischen Geschichte der Malerei des XVI. Jahrhunderts ein.