Um 1640 Breda – London 1708
Edwaerts Colliers’ genaues Geburtsdatum ist unbekannt. Er wurde in Breda geboren, urkundengemäss lebte er, vermutlich wahrend seiner Ausbildung, in Haarlem. 1667 liess er sich in Leiden nieder. Er war vier Male verheiratet und wurde ab 1673 Mitglied der St. Lukasgilde. Im Jahre 1793 begab er sich nach London wo er seine letzten Lebensjahre verbrachte. Dort wurde er im September 1708 eingeäschert.
Hochburg des Calvinismus und der intellektuellen Gesellschaft wurde die Stadt Leiden, mit ihrer berühmten Universität, das Zentrum des niederländischen Stilllebens, genannt „Vanitas“. Diese sehr kodifizierte Darstellungsart, dessen fern zurückliegenden, Ursprünge bis in das XV. Jahrhundert gehen, wurde nach einer langen Unterbrechung von D. Bailly wieder ins Leben gerufen, der selber, nach einem Vorbild seines Meisters Jacob de Gheyn, diese Malart wieder aufgenommen habe. Diese Malart wurde Mode und verbreitete sich in den Nördlichen Niederlanden und fiel mit den Versuchen und Möglichkeiten einer monochromen Malerei zusammen.
Seine „Vanitas“, wie auch die von J. Vermeulen und von Pieter Potter stellten Ansichten von Büchern (hauptsächlich aufgeschlagene Bücher mit minutiöser Wiedergabe der Texte), bereichert mit nautischen und musikalischen sowie Mess- Instrumenten dar, die auf die symbolische Nichtigkeit des Lebens auf Erden hinweisen sollten. Eine relativ kleine Anzahl der behandelten und auf einer geraden Leitlinie angeordneten Gegenstände zeigen einen starken Licht und Schatten Kontrast, der von einem fast zurückhaltenden Farbengebrauch zeugt, welcher von Braun bis Grau geht und nur von wenigen Farbnoten belebt wird. Sein 1684 entstandenes Selbstporträt, welches auch in die „Vanitas“ Malart einzuordnen wäre, zeigt den Einfluss von Bailly.
Der Künstler, der als unbeständig bezeichnet wurde, hinterliess jedoch eine grosse Anzahl „Vanitas“, wie auch Porträts und Genrebilder; seine „Trompe-l’oeil“ machten ihn berühmt.