1575 – Antwerpen – 1632
Abraham Janssen, der 1585 in Antwerpen geboren wurde, war als Historienmaler bekannt, der sich mit allegorischen, mythologischen und religiösen Themen befasste. Seine erste Malausbildung erhielt bei dem Maler Jan Snellinck. Nach einem Studienaufenthalt von drei Jahren in Rom, während der Blütezeit der Caravaggio Bewegung, kehrte er 1601 nach Antwerpen zurück, wo er gleich als Meister in die St. Lukas Gilde aufgenommen wurde. Durch seine Italienische Erfahrung setzte er sich sehr bald, neben Ambrosius Francken und Otto van Veen als federführend in der Antwerpener Schule durch und wurde einer der treibenden Teile der monumentalen Maltradition im Gegensatz zu der Entwicklung des kleinen Formats der Genremaler.
Bedeutende Aufträge bestätigen sein hohes Ansehen. Im Jahre 1605 erhielt er den Auftrag das Triptyk der städtischen Kapelle der Malerzunft in der Kirche Saint Rombaut in Mechelen zu malen. 1609 erhielt er von der Gemeinde Antwerpens den Auftrag eines allegorischen Gemäldes um die wichtige Rolle der Schele im Gedeihen der Stadt darzustellen : es handelt sich um das Gemälde « Scaldis und Antwerpia », welches heute noch im Museum von Antwerpen hängt. In dieser Zeitspanne der ersten Reife charakterisieren sich Janssens Gemälde durch eine sehr plastische Darstellung der Gestalten die, obwohl in getrennten Kompositionen gemalt, untereinander verbunden bleiben, skandiert durch eine sehr persönliche Licht und Schatten Verteilung.
Die dominierende Rolle Janssen unter den Antwerpener Künstlern wurde durch Peter Paul Rubens’ Rückkehr aus Italien im Jahre 1608 in Frage gestellt. Langsam wurde er von seinem Rivalen verdrängt, aber er verstand es seinen Stil weiter zu entwickeln indem er sich die neuen, barockeren Tendenzen zu eigen machte, gleichzeitig beharrte er aber auf seiner kraftvollen und anziehenden Malkunst, die sein ganzes Werk geprägt hatte.