Um 1600 – Paris – 1672
François Garnier kam aus einer, im XVI. Jahrhundert in Fontainebleau tätigen Künstler- und Dekorateur Familie und gründete in Paris auf der Brücke von Notre Dame eine Werkstatt, die sich auf das von der Flämischen und Niederländischen Tradition übernommene Stillleben Genre spezialisierte. Als erfolgreicher Kunsthändler liierte er sich mit der Maler Gemeinschaft die im Stadtviertel des Saint-Germain Marktes arbeiteten, dem wahren, von Liebhabern jener Zeit sehr gesuchten Pariser Künstlerzentrum. Durch seine 1620 eingegangene Ehe mit Marie Guilbert, Witwe des Malers Nicolas Moillon, wurde er der Schwiegervater von Louise Moillon, eine weitere Repräsentantin dieses Malgenres. Nach aller Wahrscheinlichkeit war er ihr Meister und durch ihr gemeinsames Schaffen wurde der Einfluss so stark und führte sogar zur Verwechselung ihrer Werke.
Von der schlichtesten Realität angezogen, die er mit Intensität darzustellen pflegte, setzte François Garnier sein ganzes Talent ein um einfache Dinge des täglichen Lebens darzustellen: wie Früchte, meistens Rote, mit einer Vorliebe für Erdbeeren oder Kirschen umgeben von Stachelbeerzweigen (Paris, Louvre Museum, signiert und datiert 1644).
Seine Werke zeichnen sich durch die Ablehnung jeglicher dekorativer und üppiger Effekte aus, um schlichteren und in strengen Schatten gehaltenen Kompositionen Platz zu lassen, die von Ruhe und Meditation zeugen. Sein Vorzug galt den nach Transparenzeffekten suchenden Ocker- und starken Rottönen.