1502 Haarlem – 1560
Jan Mandijn wurde 1502 in Haarlem geboren und liess sich 1630 in Antwerpen nieder. Sehr schnell wurde er dort durch seine Darstellungen wie die Versuchung des Heiligen Antonius und des Heiligen Christophorus berühmt, wobei er, dem Beispiel eines Pieter Huys folgend, seine Inspiration aus der phantastischen Tierwelt von Hieronymus Bosch schöpfte. In seinen mehr drolligen als unheimlichen Kompositionen findet man allerdings nicht den beängstigenden Hintergrund die den Herzogenbuscher Meister charakterisieren. Er kennzeichnete sich ebenfalls durch den zunehmenden Realismus seiner Landschaften, die er oft mit weichem und breitem Pinsel ausführte.
Seine besondere Beziehung zu Pieter Aertsen und den Figurenmalern Jan Mostaert und Bartholomeus Spranger, die Aertsen in seiner Werkstatt ausbildete, lassen vermuten, dass das Werk des Malers sich nicht nur auf das phantastische Genre beschränkte, mit dem sein Name systematisch in Zusammenhang gebracht wird. Aufgrund dessen haben einige Kunsthistoriker etwas übereilt die Werke des Meisters des Verlorenen Sohnes, dem Maler Jan Mandijn zugeschrieben. Kürzlich wurde auch das mysteriöse Bildnis von Paulus und Barnabas mit ihm in Zusammenhang gebracht. Obwohl noch keine Gewissheit über dieses Thema besteht, ist nicht zu leugnen, dass Mandijn zu seinen Lebzeiten erfolgreich war und ihm grosse Anerkennung entgegengebracht wurde, was weit über die ihm anhängende Bezeichnung als Bosch Epigone geht. Sein Erfolg in der Öffentlichkeit wird auch durch die jährlichen Zahlungen die er von der Stadt Antwerpen für seine Dekorationsarbeiten für den „Omnegang“ erhielt, bestätigt.