
Bild - 44,4 x 34,2 cmPorträts, Gemälde XVe / XVIe
Provenienz:
Baron Jo van der Elst, Wien, gegen 1930
Kollektion van der Elst, 1953
Privatkollektion, Belgien
Literatur : G. Marlier, Le maître de la Légende de Sainte Ursule in : Jaarboek Koninklijk Museum van Schone Kunsten, Antwerpen 1964, S. 5 ff., Anmerkung 11
M. Base Dondeynein cat. Expo. Primitifs flamands anonymes, Brügge 1969, S. 41-42 ff., 199-200, Nr. 5, Ill. S. 42
M. J. Friedländer, Early Netherlandish Painting, Leiden 1971, Vol. Vib, S.114 + 123, Kat. Nr. Add. 271, Tafel 255
Ausstellungen : Le portrait dans les Anciens Pays-Bas, Brügge, 1953, Nr. 23, Tafel XXVII
Flemish Art 1300-1700, London, Royal Academy, 1953-54, Nr. 46
La Madone dans l’Art, Antwerpen, 1954, Nr. 67
Fleurs et Jardins dans l’Art Flamand, Gent, Musée des Beaux-Arts, 1960, Nr. 176
Primitifs flamands anonymes, Brügge, Groeningemuseum, 14. Juni-21. September 1969, Nr. 5
Mehr Infos
Tätig in Brügge im letzten Viertel des 15. Jahrhunderts
Die deutlich erkennbare künstlerische Persönlichkeit dieses Meisters der Brügger Schule, der zwischen 1480 und 1500 aktiv war, wurde...
Mehr lesenTätig in Brügge im letzten Viertel des 15. Jahrhunderts
Die deutlich erkennbare künstlerische Persönlichkeit dieses Meisters der Brügger Schule, der zwischen 1480 und 1500 aktiv war, wurde dank Friedländer in Folge der Ausstellung altniederländischer Malerei bekannt, die im Jahr 1902 in Brügge stattfand. Während dieser Ausstellung wurde zum ersten Mal diese Bilderserie gezeigt, die die Legende der Heiligen Ursula erzählt, ein Werk, das aufgrund seiner stilistischen Unabhängigkeit und der in ihm entfalteten Motive berechtigterweise als älter angesehen wird als der unumgängliche Heiligenschrein zum gleichen Thema, der 1489 von Memling angefertigt wurde.
Doch auch wenn sein Werk eine nicht zu leugnende Affinität zu den Memlinger Modellen aufweist, so geschieht die Integration doch in einer entschieden persönlichen Art und Weise in einer Synthese, die im Übrigen den Werken anderer großer Meister Tribut zollt, wie z.B. R. Van der Weyden oder H. Van der Goes. Die fühlbare Wirkung der Figuren des Meisters der Ursula-Legende sowie ihre Hautfarbe, in der bewußt Reflexe von Blautönen erscheinen, verweisen ganz besonders auf den Einfluss des Brüsseler Malers.
Die direkte und etwas archaische Lesbarkeit seiner Kompositionen hat einen gewissen Charme, der den durchaus persönlichen Typ seiner Physiognomien unterstreicht : Mit ihrer großen Stirn, ihren großen dunklen Augen, ihrem unauffälligen Lächeln auf den wie versiegelten Lippen, ihren langen und klar gezeichneten Händen sind die Figuren des Meisters der Ursula-Legende ganz typisch.
Die Haare der weiblichen Figuren, üppig und brav mit einem Mittelscheitel gebändigt, fallen für gewöhnlich in Wellen und werden durch subtile Lichtstrahlen akzentuiert.
Der Meister der Ursula-Legende zelebriert gerne seine Herkunft, indem er wiederholt im Hintergrund seiner Bilder die leicht wiedererkennbare Silhouette der Stadt Brügge platziert. Die Werke des Meisters befinden sich in den Museen von Aachen, dem Metropolitan in New York u.a.