1570 – Antwerpen – nach 1661
Anton Mirou zählte, mit Gillis van Coninxloo, unter den Malern die in der Pfälzer Künstlergemeinschaft in Frankenthal gearbeitet haben. Über sein Leben ist nur Weniges bekannt. Über sein Geburtsdatum bestehen keine Urkunden. Seine Eltern, der Apotheker Hendrik Mirou und seine erste Frau hatten sich 1586 in Frankenthal niedergelassen. Sie gehörten zu den Calvinistischen Emigranten die seit 1586 aus den Niederlanden fliehen mussten und sich in der Pfalz Friedrich III. etablierten. Im Jahre 1602 heiratete Anton Mirou in Frankenthal Susanna Coninxloo, Tochter von Jasper Coninxloo. Aus dieser Ehe entstanden vermutlich keine Kinder. Eine grosse Reise, wie z.B. nach Italien, ist auch nicht beurkundet.. Es wird angenommen, dass er sich wahrscheinlich vorübergehend in Bad Schwalbach in der Nähe von Wiesbaden im Taunus aufgehalten habe. Dies wird durch eine durch Matthäus Merian 1620, nach Bildern von Anton Mirou, ausgeführten Gravur nebst einer Folge von sechs und zwanzig Stichen, bestätigt, die sich in dem Münchner Kupferstichkabinett befinden.
1620 wurde der Künstler zum letzten Mal in Frankenthal erwähnt. Vermutlich verliess er die Stadt im gleichen Jahr, da sie in Spanische Hände geriet. Es ist unbekannt wo Mirou sich anchliessend niederliess. Sein Gemälde „Landschaft mit Jäger“, datiert 1653 und signiert, ist in der Gemäldegalerie (Staatliche Museen von Berlin), augestellt. Sein Autor ist ohne Zweifel Mirou. Die Literatur erwähnt eine signierte und mit 1661 datierte Landschaft in der Pinakothek von Parma. Sollte es sich hier um ein wirklich authentisches Bild von ihm handeln, müsste Mirou das Alter von mindestens neunzig Jahren erreicht haben. Wir wissen nur wenig über sein Leben und seine Werke waren fast nie Gegenstand eingehender Studien. Mirou stand unter dem Einfluss der Lanschaften von Gillis van Coninxloo und von Pieter Schoubroeck (um die Jahre 1570 bis 1608). Laut Urkunden hat sich der Künstler nur mit wenigen Themen befasst: Waldlandschaften mit dichten, das ganze Bild ausfüllenden Bäumen, wie auch Dorfstrassenansichten, belebt durch Felsenlandschaften. Ab 1620 wurden seine Dorflandschaften zunehmend karger und realitätsorientierter, wie es die Darstellungen von Bad Schwalbach zeigen.