Flämische Malerei und alte Meisterwerke über die Galerie De Jonckheere
1594 – Antwerpen – nach 1657
Nur wenige Unterlagen sind über das Leben von Clara Peeters erhalten geblieben. Ihr Geburtsdatum, der 15. Mai 1594, wurde in den Taufregistern der Hl. Wallburge Kirche in Antwerpen gefunden. Nachdem ihr Name nicht in den Archiven der Sankt Lukas Gilde geführt wird, ist anzunehmen, dass sie keine Maler Ausbildung genossen hat. Beurkundet ist hingegen Ihr Gegenwart in Amsterdam im Jahre 1612 und in Den Haag im Jahre 1617. Spuren einer Heiratsurkunde zwischen einer gewissen Clara Peeters und Hendrick Joosen wurden in den Archiven der Hl. Walpurge Kirche in Antwerpen entdeckt. Diese Unterlage könnte die Künstlerin betreffen. Fünf ihrer signierten Werke schuf sie zwischen 1608 bis 1612 was darauf hindeutet, daß Clara Peeters ihre Maler Laufbahn erstaunlich frühzeitig begonnen haben muss. Fünfzig ihrer Bilder sind erhalten geblieben, wovon dreißig signiert und ca. zehn datiert sind.
Ihre ersten Werke deuten von einer feinen Eleganz in der Ausführung und Komposition. Dieses erklärt sich vermutlich darin, dass Antwerpen, zu jener Zeit noch das künstlerische Zentrum der Niederlande, größeres Gewicht auf das Detail und die Ausführungsfeinheit legte als dies in anderen Kunstzentren, wie Haarlem oder Utrecht, der Fall war. Die Mehrzahl ihrer Stillleben lassen sich in die Kategorie der sogenannten „déjeuners“ einreihen, bestehend aus der Darstellung mehr oder weniger üppiger Nahrung und Gegenständen die auf gedeckten Tafeln verteilt sind. Gleich Osias Beert, verteilt sie die Gegenstände in einem gewissen Abstand voneinander, aber mehr als dieser, versucht sie eine Beziehung zwischen ihnen herzustellen, womit sie eine perspektivische Tiefe der Darstellung erreicht. Obwohl sie die Kompositionsgrundlagen sowie einige Motive von Osias Beert übernimt, entwickelt sie sehr bald ihr eigene Technik und Gegenstands Skala. Um eine Einheit zu erreichen, wiederholt Clara Peeters in einigen ihrer Bilder die Darstellung gleichartiger Elemente. Sie entwickelt Variationen über Themen wie Käsearten, Fische, Schaltiere, Muscheln, Wild..., Letzteres Thema erreichte einen gewaltigen Erfolg In Flandern dank Frans Snyders und Jan Fyt. Obwohl man nicht viel über das Ende ihrer malerischen Laufbahn weiß, ist ihre führende Rolle in der Darstellung der „déjeuners“ in Antwerpen Anfang des XVII. Jahrhunderts seit langem anerkannt.
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