1590 – Antwerpen – 1661
Daniel Seghers, 1590 in Antwerpen geboren gehörte ohne Zweifel mit dem Samtbrueghel, Jan Brueghel, zu den prägendsten Persönlichkeiten unter den Blumenmalern des Antwerpener Künstlerkreises des XVII. Jahrhunderts.
Nach dem Tode seines Vaters, nahm ihn seine Mutter, die inzwischen zur reformierten Kirche übergetreten war, als Halbwüchsigen mit in die Niederlande, wo er ab 1605 seine malerische Ausbildung begann. Seghers kehrte 1610 nach Antwerpen zurück und wurde in der Werkstatt vom Samtbrueghel aufgenommen, der ihn 1611 in der St. Lukasgilde als Lehrling anmeldete. Im gleichen Jahr erhielt er dort seinen Meister. Parallel zur malerischen Ausbildung die Jan Brueghel seinem Schüler zuteil werden ließ, bemühte er sich Seghers zur katholischen Religion zurück zu führen, was nicht ohne Erfolg blieb da dieser 1614 dem Jesuiten Orden des Noviziats von Mecheln, als Koadjutor Bruder, beitrat, (er wurde niemals Priester obwohl man ihn gelegentlich Vater Seghers nannte). 1616 legte er seine ersten Gelübde ab und
blieb dort bis 1617. Zwischen 1618 und 1621 wohnte er im Antwerpener Haus des Jesuiten Ordens, anschließend wurde er in die Schule des Ordens nach Brüssel geschickt, wo er am 27. Juli 1625 sein endgültiges Gelübde abgab. Nach einem Aufenthalt in Rom, etablierte sich Seghers 1627 bis zu seinem Tode, im Jahre 1661, in Antwerpen, wo er eifrig in seinem Kloster malte.
Dank seines vortrefflichen Talents und seines Priesterstandes verbreitete sich sein Ruhm weit über die Grenzen seiner Heimatstadt. Zahlreiche berühmte und von Neugier beflügelte Besucher stellten sich in der Zelle des Malers im Antwerpener Kloster ein und bald folgten zahlreiche Aufträge vonseiten der verschiedenen Europäischen Höfe. Er wurde zu einer Zelebrität die nunmehr von den Gouverneuren der Spanischen Niederlande , dem König Ferdinand von Österreich (1635) und von Leopold-Wilhelm (1638) persönlich besucht wurde. Anlässlich dieser Besuche wurde den Gästen, entweder von ihm selber oder vom seinem Orden seine berühmten „Girlanden“ als Geschenk überreicht. Es handelt sich um die gleichen die der Maler als Geschenk an Friedrich-Heinrich von Nassau, an seine Witwe und an den Markgrafen von Brandenburg schickte, und sie sind immer noch als solche bekannt. Er wurde auch von Künstlern und Intellektuellen hoch geschätzt. Zu ihnen gehörten Vondel, C. Huygens, Sekretär des Fürsten von Oranienburg, Lucas van Uden und insbesondere Rubens, der vermutlich mit dem Maler an einem, heute leider verschwundenen Bild, gemeinsam gearbeitet hat, welches seinerzeit bei den Antwerpener Jesuiten aufbewahrt wurde.
Seghers spezialisierte sich fast ausschließlich auf das Malen von Blumen Girlanden, und perfektionierte die vom Samtbrueghel, Jan Brueghel, erlernte Technik : Blumengirlanden die zierlich ausschweifend auf einem schwarzen Hintergrund angeordnet werden und als Umrahmung von Barmherzigkeitsmotiven und grau in grau gemalten Medaillons, die von seinen Mitarbeitern angefertigt wurden, dienen. Diese wirksame Arbeitsaufteilung seiner Kunst, bereits vom Samtbrueghel eingeführt, wurde noch auf lange Zeit fortgesetzt. Zu seinen wichtigsten Mitarbeitern gehörten Erasmus Quellinus, Cornelis Schut, Abraham Diepenbeck, Simon de Vos, Thomas Willeboirts Bosschaerts, Jan van der Hecke, Gonzales Coques sowie der Domenichino.
Immer maßvoll in ihrem überschwänglichen Barock haben Seghers Blumenkompositionen, dank seiner feinen Beobachtungsgabe, seiner zarten Ausführung und seiner Formenreinheit sowie seiner chromatischen Skala, dominiert von subtilen Purpur-, Karminrot- und Weißvariationen, nur selten seines gleichen gefunden. Für das Verstehen der nachfolgenden Entwicklungen dieses Genres stellt Seghers eine ausschlaggebende Figur dar. Sein einziger direkter Schüler war Jan Philips van Thielen, unzählig waren hingegen seine Nachahmer und Nachsteiger, (die Ykens, Nicolas van Verendael, Van Son, Jan van der Hecke, Jan Davidsz de Heem, Baren Gillemans, usw.). Seine angebliche Tätigkeit als Landschaftsmaler ist schwer zu umgrenzen da sie auf der Annahme einer hypothetischen Zusammenarbeit mit A. Sallaert, bei der Ausführung des Gemäldes „Mit Figuren belebte Landschaften“ (Museum von Gand), beruht.