1610 – Paris – 1696
Louise Moillon gehörte zu den wichtigsten insbesondere Stillleben Malerinnen im Frankreich des XVII. Jahrhunderts. Sie war die Tochter des Landschaftsmalers und Kunsthändlers Nicolas Moillon und Schwester des Malers Isaak. Nach dem Tode ihres Vaters, heiratete ihre Mutter 1620 den ebenfalls Stillleben Maler und Kunsthändler François Garnier. Dieser widmete sich persönlich der Ausbildung des jungen Mädchens. Das einzige bekannte Bild von François Garnier ist ein 1644 signiertes und datiertes Stillleben welches auf einem Tisch liegende Kirschen- und Stachelbeerenzweige darstellt. Eingeführt in die Kunst des Stilllebens wurde er durch jene Protestantische, aus dem Norden gekommene und in Saint-Germain-des-Prés angesiedelte Künstlergruppe.
Die meisten Bilder von Louise Moillon sind signiert und datiert. Fast alle ihre Werke schuf sie vor 1648 und befinden sich hauptsächlich in Privatsammlungen in Frankreich. Die Ursache der Unterbrechung ihrer Künstler Karriere könnte sich durch ihre Heirat im Jahre 1640 mit dem Calvinisten und Holzhändler Etienne Girardot de Clancourt erklären lassen, von dem sie drei Kinder hatte und der ihr einen gewissen Wohlstand sichern konnte. Wenig ist über das Ende ihres Lebens bekannt. Es wird angenommen, dass sie sehr unter der Verfolgung der Protestanten infolge der 1685 erfolgten Widerrufung des Edikts von Nantes gelitten haben muss, die ihrem Mann das Leben kostete, zwei ihrer Kinder ins Exil trieb und ihre Bekehrung zum Katholizismus herbeiführte.
Als Spezialistin von Stillleben hat Louise Moillon während ihrer ganzen künstlerischen Laufbahn die Früchte den Blumen vorgezogen. Auf Holz Tischen und Steinkränzen verteilt sie kunstvoll in Delft Schalen Aprikosen, Trauben, Pfirsiche und Pflaumen, gegen einen dunklen Hintergrund. An den Flämischen Malern Snijders und Fijt Beispiel nehmend, belebte sie nur selten ihre Kompositionen mit menschlichen Figuren. Sie zählt mit Picart, Linard und Strosskoff zu den Meistern des Französischen Stilllebens der ersten Hälfte des XVII. Jahrhunderts, deren Werke dank ihrer einfachen Anordnung sehr beliebt sind.