
Bild - Mitteltafel : 62 x 51,5 cm - Seitentafeln : 53,5 x 28 cmGemälde XVe / XVIe
Provenienz :
Sammlung Carlo Ludovico di Borbone, Fürst von Etrurien, Herzog von Lucca und Herzog von Parma, Nr. 68 (eine Inschrift auf der Rückseite des Werkes bestätigt seine Herkunft);
Sammlung Roy Miles, 1976;
Spanische Privatsammlung, 1977.
Literatur : Elisa Bermejo, La Pintura de los Primitivos Flamencos en Espana, 1980, Band 1, S. 144, Abb. 134-138;
Eine sehr vollständige, vom Konservator des Museums von Groningen, Herrn Till Holger Borchert, vorgenommene Studie soll auf einer Versammlung vorgetragen werden;
Die Flämischen Primitiven und ihre Zeit, La Renaissance du Livre, 2000, Seiten 528-531;
Brief von Jacqueline Folie vom 8. Oktober 1956, „Staatliches Flämisches Forschungszentrum“, Brüssel, in dem der eigenhändige Pinselstrich von Vrancke van der Stockt bestätigt wird.
Brief vom 16. Juni 1961 von Professor Friedrich Winkler in Berlin, der ebenfalls die Authentizität des Werkes von Vrancke van der Stockt bestätigt;
Lorne Campbell, National Gallery Catalogues, The Fifteenth Century Netherlandish Schools, London, 1998, S. 142, Abb. 19;
Barbara Baert, A Heritage of Holy Wood, The Legend of the True Cross in text and Images, Leiden, 2004, S. 280-281, Abb. 74.
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1420 – Brüssel – 1495
Vrancke van der Stockt hatte eine lange und fruchtbare Laufbahn als Maler. Seine Werke, die aus Zeichnungen und Gemälden bestanden, was für das XV. Jahrhundert...
Mehr lesen1420 – Brüssel – 1495
Vrancke van der Stockt hatte eine lange und fruchtbare Laufbahn als Maler. Seine Werke, die aus Zeichnungen und Gemälden bestanden, was für das XV. Jahrhundert ungewöhnlich war, weisen auf die wichtige Rolle des Künstlers in der malerischen Brüsseler Entwicklung hin, der als Nachfolger von Rogier van der Weyden, betrachtet wird. Er war der Sohn von Jan van der Stockt der ihm 1444 seine Werkstatt überließ, Zeitpunkt zu dem der Künstler vermutlich seinen Meister absolviert hatte und als Volljähriger bereits den Freimeister Titel trug. Daraus ergibt sich sein, auf das Jahr um 1420, festgelegtes Geburtsdatum. Die ihm zugeschriebenen Bilder zeugen von dem wichtigen Einfluss von Rogier van der Weyden und der wahrscheinlichen Lehrzeit in der Werkstatt seines Vaters. Vrancke van der Stockt heiratete 1489 Katharina der Moyen, Ehe aus der fünf Kinder hervorgingen.
Bereits in der Zeit von Van der Weyden schien van der Stockt außerordentlich erfolgreich gewesen zu sein : er erwarb Äcker, Häuser, bezog Renten und übte mehrfach wichtige Funktionen aus. Zunächst war er Bürgermeister der Stadt Brüssel, dann Oberstudienrat der Stadt Saint Eloi. 1476 vertrat er die Malergilde in einer Meinungsverschiedenheit zwischen den Malern und den Wandteppichwirkern über ihren jeweiligen Kompetenzbereichen. Es wird angenommen dass, nach dem 1464 erfolgtem Tode des Meisters, Rogier van der Weyden, Vrancke van der Stockt sein Nachfolger als „Maler der Stadt“ wurde.
Mein weiß allerdings wenig über seine künstlerische Tätigkeit. 1460 malte er zwei Oriflamme für das Herzogliche Schloss in Halle. Die Rechnungsbücher der Notre-Dame Innung erwähnen dass in den Jahren 1466-1467 Vrancke die Vorlage für eine „Wurzel Jesse“ in geschmiedetem Eisen geliefert habe, die von seinem Lehrling mehrfarbig bemalt wurde. 1468 arbeitete Vrancke mit drei seiner Gehilfen für die Hochzeit Karl des Kühnen mit Margarete von York. Von allen daran beteiligten Malern waren Vranck van der Stockt und Jacques Daret die best bezahlten Maler.
Als Maler von großem Talent zog er im XV. Jahrhundert viele Künstler nach Brüssel. Er galt nicht nur als eine wichtige und vermögende Persönlichkeit, aber war zweifellos auch einer der berühmtesten Brüsseler Maler seines Jahrhunderts.