Vor 1535 Mecheln - Frankfurt 1597
Lucas van Valckenborch wurde zweifellos von seinem Vater, Marten van Valckenborch dem Älteren, an die Malerei herangeführt, bevor er 1564 als Meister bei der Mechelner Gilde zugelassen wurde. In Folge der religiösen Verfolgungen seitens der Truppen des Herzogs von Alba gegen die Sympathisanten der Reformation musste er 1566 aus seiner Geburtsstadt flüchten und zunächst in Lüttich, dann in Aachen Zuflucht suchen, wo er seinem Bruder Marten und seinem Freund Vredeman de Vries wieder begegnete. 1576 ließ er sich in Antwerpen nieder. Im darauffolgenden Jahr arbeitete er in Brüssel für den Erzherzog Matthias, damals Stadthalter der Niederlande. Wir finden seine Spur anschließend in Linz und Nürnberg wieder. Ab 1593 teilte er sich mit seinem Bruder Marten ein Atelier in Frankfurt.
Dieser Meister gehört zu den größten Landschaftsmalern des 16. Jahrhunderts. Seine Auffassung der Landschaft leitet sich direkt von Joachim Patenier und Pieter Brueghel dem Älteren ab. Seine sehr detaillierten Darstellungen der Jahreszeiten, der dörflichen Kirmessen, galanter Gesellschaften und Stadtansichten stechen durch die akribische Sorgfalt ihrer Umsetzung und die Sauberkeit hervor, die in jeder Ebene bis hin zum Horizont beibehalten wird.
Seine panoramischen Landschaften, ob bergig oder bewaldet, sind eine wahre Einladung zum Spaziergang. Dieser aufmerksame peinlich genaue Beobachter behandelt seine Kompositionen mit der Feinheit eines Miniaturisten. Seine Themen sind oft anekdotisch und werden immer auf attraktive Weise behandelt. Sie profitieren von einer überraschenden historischen Exaktheit, während die umliegende Landschaft an topographischer Genauigkeit gewinnt.
Am Ende seines Lebens perfektionierte der Künstler seine Landschaften noch : Dank leuchtender und raffinierter Nuancen zeugen sie von einer wahren kreativen Methode, um die Brueghelsche Konzeption zu übertreffen, die von seinen Zeitgenossen unerreicht blieb.