1601 - Antwerpen - 1678
Jan Brueghel der Jüngere wurde als ältester Sohn von Jan Brueghel, „Samtbrueghel“ genannt und dessen erster Frau, Isabelle de Jode am 13. September 1601 in Antwerpen geboren.
Mit dem Tod seiner Mutter im Jahre 1603 verfinsterte sich seine Kindheit. Seine erste Einführung in die Kunst des Malens erhielt er in der väterlichen Malwerkstatt. Als er seinem fünfzehnten Lebensjahr entgegenging, überlegte sich sein Vater ihn nach Italien zu schicken, ein Vorhaben welches auf der Hand lag da der Samtbrueghel mit einem würdevollen Gönner in Mailand, dem Kardinal Borromeo, rechnen konnte. Die Abreise erfolgte erst im Mai 1622. Er hielt sich zunächst in Mailand auf wo er im Freundeskreis des Kardinals aufgenommen wurde bevor er seine Weiterreise nach Sizilien vornahm. Der plötzliche Tod seines Vaters im Jahre 1625 setzte seiner Reise ein jähes Ende. Zurück in Antwerpen am 12. August 1625 tritt er sogleich als Mitglied der Lukasgilde sowie der Kammer für Rhetorik bei, die den als „De Violiere“ bezeichnete Saal beherbergte. Dort wurde er ab 1630 zum Dekan ernannt. Er übernimmt die Leitung der väterlichen Malwerkstatt und führt zwischen 1625 und 1651 ein Tagebuch über seine Tätigkeiten. Im Jahre 1626 heiratete Jan die Tochter des bekannten Malers Abraham Janssens, Anne-MarieJanssens, in der Kathedrale Notre-Dame von Antwerpen.
Obwohl er den Bildmotiven seines Vater nahe stand, erneuerte er dessen Stil und passte sich dem Geschmack seiner Zeit an und ersetzte den vorherrschenden Manierismus mit einer realistischeren, einfacheren und fröhlicheren Malkunst.
In seinen besonders eleganten Blumenkompositionen verzichtet er auf eine kompakte Zusammenstellung und stellt jede einzelne Blume mit einem unvergleichbaren Relief als eine Einheit in sich dar und verleiht ihnen dadurch unglaubliche Schönheit. In seinen gosszügigen Malflächen bewegen sich die von ihm behandelten Formen freier und weisen eine Reihe von genauen und flinken Pinselstrichen mit ausladenden und kräftigen Konturen auf.
Die Aufmerksamkeit der Kenner ist heutzutage ganz auf ihn gerichtet, seine künstlerische Geschicklichkeit geht so weit, dass seine Werke häufig mit denen seines Vaters verwechselt werden. Die weite und ihn auszeichnende Spanne seiner Kunst, die nicht nur abwechslungs- und figurenreiche Landchaftsdarstellungen schuf, sondern auch Stillleben, waren hauptsächlich seinem sanften und samtartigen Farbengebrauch zu verdanken.
Seine von einem immer begeisterten Schwung getragenen und mit glatten und leuchtenden Farben ausgeführten Gemälde, die immer wieder ein Fest für die Augen dastellen, machen aus Jan Brueghel dem Jüngeren einen Vorläufer der modernen Malerei.