1472 Kronach – Weimar 1553
Lucas Granach war einer der Säulen des künstlerischen Schaffens im Nordöstlichen Deutschland in der ersten Hälfte des XVI. Jahrhunderts. Er wird neben Hans Holbein d.J. und Albrecht Dürer als einer der wichtigsten Repräsentanten der Deutschen Renaissance angesehen.
Er war gleichzeitig Maler und Graveur und mit Martin Luther und zahlreichen Humanisten befreundet. Er behandelte mit Erfolg religiöse und mythologische Szenen wie auch weibliche Aktdarstellungen die er häufig mit Lukretia oder Venus identifizierte. Bis 1498 erlernte er das Malhandwerk bei seinem Vater, Hans, unter dessen Einfluss er zunächst stand. Später begab er sich nach Wien, wo er sich scheinbar 1500 niederliess.
Die ersten von ihm bekannten Werke gehen auf diese Periode zurück, wo er sich mit religiösen Szenen auseinandersetzte, die durch leuchtende und ausdrucksvolle Farben seine aussergewöhnliche Kreativitätsgabe bestätigen. 1505 wird er Hofmaler der Kurfürsten von Sachsen . Er stattete ihre Schlösser aus, malte ihre Poträts sowie die ihrer Frauen, gestaltete Retabel und behandelte auch profane Themen. 1508 wurde Granach vom Kurfürsten Friedrich von Sachsen in den Adelsstand erhoben und erhielt seinen Wappenbrief mit einer geflügelten Schlange, die zum Signet des Künstlers wird. Seine Söhne Hans und Lucas gehörten zu seinen Gehilfen. Seinen Stil nachahmend spielten sie eine bedeutende Rolle in der Herstellung von Werken die aus seiner Werkstatt kamen.
Mit Ausnahme einer Reise im Jahre 1508 in die Niederlande, lebte der Künstler fast ununterbrochen in Wittenberg. Als wichtiger Bürger sass er 1519 im Stadtrat und war zwischen 1537 und 1540 Bürgermeister der Stadt. Trotz seines grossen, seine Zeit prägenden, Einflusses, blieb sein Werk jedoch den Gotischen Traditionen treu.